Musik: Electrypnose – Une lueur dans la nuit, via Jamendo – CC, einige Rechte vorbehalten.
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Die Fraktal-Revolution
Das Konzept von Frax HD ist revolutionär und die App plattformübergreifend trotz eingeschränkter Möglichkeiten das derzeit beste Fraktal-Programm. Die Einschränkungen bestehen darin, dass sich Frax HD auf Mandelbrot- und Julia-Fraktale beschränkt. Trotzdem sind die visuellen Effekte herausragend, was vor allem an den Texturmöglichkeiten – Shape Shifter lässt grüßen – liegt.

Fraktale zu berechnen ist eine zeitaufwendige Sache. Das war früher so, das ist eigentlich noch immer so. Die Grafiken auf der Startseite von Polytopes brauchten mit einem herkömmlichen Computerprogramm trotz der übersichtlichen Auflösung von 1200 x 800 Pixeln etliche Stunden, um in der Tiefe von 14 Iterationen vorzuliegen. Wie sieht das dann erst auf einem alten iPad mit seiner im Vergleich geringen Rechenleistung aus?

Die Grafiken der App
Frax HD entstehen selbst auf einem iPad der zweiten Generation rasend schnell, allerdings bei reduzierter Tiefe. Ben Weiss spricht von „Echtzeit”, was allerdings nicht ganz stimmt. Hinter der App stehen für IT-Verhältnissen zum Teil uralte Formeln, die man noch aus Kai Power Tools kennt. Selbst auf den damaligen Rechnern konnte man die Vorschau ziemlich fix rendern. Aber um ein Bild in hoher Auflösung auf die Festplatte zu bringen – das dauerte. Ewig. Wie soll das dann erst auf dem iPad funktionieren?

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Frax HD und der Cloud-Trick
Der Trick besteht darin, die aufwendige Renderarbeit in großen Auflösungen und hoher Sampling-Rate nicht vom iPad erledigen zu lassen, sondern optional in der Cloud. In weniger als 15 Minuten lag mein Testbild in einer Auflösung von über 50 Megabit vor, das heißt: 8192 x 6144 Pixel. Weiss verspricht eine Sampling-Rate von 81 – die Fraktal-Bilder aus dem Mac-Programm Chaotica auf der Polytops-Startseite haben eine Tiefe von 12 bis 14. Je höher die Sampling-Rate, umso feiner sind die Details. Dabei nimmt aber die Rechenzeit mit jeder Stufe extrem zu. Ich bin mir übrigens sicher, dass die Idee von der 50 Megapixel Auflösung von Kai Krause stammt, der in dem Projekt involviert ist.

Welche Bedeutung der Auflösung zukommt, sieht man am schon erwähnten Mac-Programm Chaotica. Die
kostenlose Version rendert Bilder in 1280 x 960 Pixeln, die HD-Version 2560 x 1600 Pixel. Das reicht, um das Ergebnis in 1:1 Auflösung auf einem herkömmlichen 30-Zoll-Monitor darzustellen. Für 4K ist die Auflösung zu gering. Chaotica HD kostet 25 Euro. Wer höhere Auflösungen benötigt oder will, zahlt 80 Euro für Chaotica Studio.
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Viele bunte Pixel
Das Konzept von Frax HD ist anders. Die App kostet derzeit im App Store 3,60 Euro, das Upgrade auf die Pro-Version knapp 6 Euro. Zusätzlich kostet es etwas, ein Bild auf den Servern rendern zu lassen:

1 Credit für Bilder in 2048 x 1536 Pixeln Auflösung
4 Credits für Bilder in 4096 x 3072 Pixeln Auflösung
8 Credits für Bilder in 8192 x 6144 Pixeln Auflösung

Wer die Standard Version erwirbt, erhält 5 Credits. Für die 50-Megapixel-Auflösung benötigt man die Pro-Version, erhält aber obendrauf 80 Credits. Zusätzliche Credits muss man kaufen: 20 kosten 89 Cents, 80 sind für 2,69 Euro zu haben, 240 für 5,49 Euro und 1000 Credits für 8,99 Euro.
Es scheinen aber nicht alle Angebote immer verfügbar zu sein. Aktuell ist das große Paket zu haben, dafür das kleine nicht. Vor ein paar Tagen war es noch anders herum.

Das ist etwas problematisch: Während man für Software einen festen Betrag bezahlt, können sich solche Cloud-Angebote von heute auf morgen ändern.

Um Bilder auszugeben, muss man nicht unbedingt Geld bezahlen. Die meisten Fraktal-Renderings auf dieser Seite hat das iPad gerechnet. Das geht ziemlich fix und dauert selbst auf einem iPad 2 eine halbe Minute. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, auch ohne extremes Sampling.
In the air tonight and tomorrow
Aber wie sieht Frax nun aus und wie gut lässt es sich bedienen? Sehr einfach. Mit einem Fingerwisch verändert man Farben, Texturen, Lichter und Ansichten. Das lässt sich auch animieren, was für große Augen sorgt.

Richtig Spaß macht die App allerdings erst in der Pro-Version, bei der Anwender auf zahlreiche Parameter Einfluss nehmen können. Die Möglichkeiten sind so umfangreich, dass die sehr gute Anleitung entsprechend umfangreich ausfällt. Während die App selbst inzwischen deutsch lokalisiert wurde, liegt die Anleitung lediglich in englischer Sprache vor. Was nicht so schlimm ist, denn die meisten Funktionen sind intuitiv erfassbar. Mathematischen Formeln begegnet man nicht, dafür vielen Schiebereglern. Einstellungen, die einem gefallen, lassen sich als Preset abspeichern und später weiter verändern. Ebenso kann man die Parameter aus einer Fraktal-Galerie übernehmen und als Grundlage für weitere Experimente benutzen.

Was mir noch fehlt ist eine Möglichkeit, die „Fraktalflüge“ als Video festzuhalten. Wünschenswert wäre zudem, die Animationen mit Musik unterlegen zu können. Vielleicht kommt das noch, denn Weiss entwickelt fleißig weiter. Das jüngste Update brachte jedenfalls etliche Neuerungen wie zum Beispiel eine Anpassung an das iPad Air. Die soll einen Geschwindigkeitsvorteil von 300 Prozent bringen.

Und was kann man damit machen? Beispielsweise
Buchcover.

Wer noch mehr erfahren will, sollte die hervorragende
Webseite des Entwicklers besuchen. Und nun lasse ich (weitere) Bilder sprechen. Eines lässt sich auch in der 50-Megapixel-Auflösung herunterladen.

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Das Bild oben kannst du in 50-Megapixel-Auflösung herunterladen.
Die Download-Größe beträgt 27 Megabyte.
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